Wednesday, February 08, 2012 Login

Bleibt alles anders?

Die business.academy.donaustadt steht vor ihrer größten Herausforderung seit ihrer Gründung im Jahre 1980. Die Schule wird durch einen Zubau um 50 % vergrößert und die zwei, seit beinahe 30 Jahre existierenden Schulstandorte, werden zusammengeführt.

Dies hat einerseits einschneidende personelle und organisatorische Konsequenzen, andererseits soll dieser Neubau jedoch nicht „nur“ eine Erweiterung um Klassen sein, um den verstärktem Zustrom an Schüler/innen gerade im Raum über der Donau aufzufangen, sondern er soll auch neuen pädagogische Ideen Platz- und Gestaltungsmöglichkeiten bieten.

Es geht darum “Raum zu schaffen, um Menschen zu stärken“ [1]

Schulgebäude sind Spiegelbilder der gesellschaftlichen Entwicklung.

„Wenn meine Eingangsthese stimmt, dass Schulgebäude die gesellschaftliche Entwicklung widerspiegeln, müssten unsere heutigen Lernräume nicht anders aussehen? Noch dazu, wo das Schulgebäude ja nicht nur Entwicklungen widerspiegelt, sondern selbst ein aktives Medium der Pädagogik sein kann. In manchen Ländern wird davon gesprochen, dass der Raum ein dritter Pädagoge ist.“ [2]

Mit wirklich großer und ehrlicher Freude und Dankbarkeit wurde von der Lehrer/innenschaft die Nachricht aufgenommen, dass das Kollegium der business.academy.donaustadt im Rahmen eines Pilotprojektes des BMUKK und des SSR für Wien in die Ausarbeitung eines pädagogischen Pflichtenheftes mit eingebunden wird. Es werden

Betroffene zu Beteiligten gemacht [3]

Ich bin der Überzeugung, dass das alte Prinzip „Betroffene zu Beteiligten machen“ nach wie vor eine der entscheidensten Erfolgsfaktoren in Veränderungsprozessen ist. Nur wenn die Beteiligten an den Veränderungsprozessen partizipieren, können deren Ideen, Vorschläge und Feedback aufgenommen und verarbeitet werden. Mit dem Neuen müssen sich die Mitarbeiter/innen auseinandersetzen, und es muss integriert werden, sonst bleibt es fremd und wird nicht gelebt.

In Schulentwicklungsprozessen besteht aber auch die Gefahr, dass nach euphorischen Anfangsphasen die mit großem Arbeitseinsatz und fachlicher Kompetenz begonnen Projekte sich auf Dauer nicht etablieren können.

Veränderungen sind als Prozesse und nicht als Intervention zu sehen

„Viele Schulen – und zuweilen auch die Schulbehörde – vertrauen darauf, dass sich Entwicklung als Resultat einer einmaligen Intervention einstellt, die auf eine nicht näher definierte Weise Auswirkungen auf die schulische Praxis hat. Damit die Bewegung, die durch die Intervention ausgelöst wird, nicht bloß in einer Störung des bisher Gewohnten besteht, die mit der Zeit auch wieder verschwindet, muss Innovation als Prozess verstanden und organisiert werden." [4]

Ich sehe daher die Ausarbeitung dieses Pflichtenheftes als Beginn eines langfristigen Prozesses der Schul- und Organisationsentwicklung mit dem Ziel, in einem modernen und innovativ gestalteten Schulneubau die pädagogischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts im kaufmännischen berufsbildenden Schulwesen erfolgreich zu bewältigen. Basis dieses Veränderungsprozesses sind die Stärken, die Besonderheiten, aber auch die Eigenheiten der business.academy.donaustadt.

Wir werden uns die nächsten Jahre immer wieder fragen müssen, „what do we keep, and what do we change“, dann bleibt alles ganz anders.

 

Dir. Mag. Christian Posad

 


 


[1] http://www.bildunggrenzenlos.at/texte/Architektur/Vortrag_kuehn_wissensgesellschaft_02_abbildungen.pdf, 19. Jänner 2009
[2] ebenda
[3] http://www.train-the-trainer-seminar.de/monatstipps/change_management.htm, 19. Jänner 2009
[4] Leonard Horster: Zwölf häufige Fehler bei der Entwicklung von Schule und Unterricht, in: se – Methodenatelier, Nr. 56 – 1/08

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